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Australien 2007 - Westaustralien & Red Centre


Australien 2007 - Westaustralien & Red Centre

Hinweis: Alle hier eingebundenen Bilder sind anklickbar und erscheinen dann in Grossformat!

Da es noch einige Zeit dauern wird, bis ich zu allen Destinationen der Reise Fotos online habe, stelle ich hier ein "Best of" zur Verfügung mit rund 1-3 Bildern pro Tag, um einen ersten Eindruck von der Tour zu bekommen:

Best of Australia 2007  (Bei kleinen Bildschirmen Taste "F11" drücken)

 

 

Flug nach Perth

Unsere Reise nach Australien startete am 17. Mai 2007. Um 13.30 Uhr flogen wir ab Zürich mit Singapore Airlines nach Perth. Dort kamen wir am 18. Mai um 14.30 Uhr an. Ein Hotel in der Innenstadt von Perth hatte ich bereits via Internet von zuhause aus gebucht. Den Abend verbrachten wir mit einem Stadtbummel durch die City von Perth.

 


York, Wave Rock & Holland Track

Am nächsten Morgen (19. Mai) übernahmen wir unseren Mietwagen bei der Firma Travel Car Centre, die unter Schweizer Leitung steht. Wir bekamen einen recht alten Mietwagen: er hatte bereits sieben Jahre auf dem Buckel und der Kilometerstand zeigte 295'039 km. Die Wagenübernahme dauerte zweieinhalb Stunden. Dann führte uns unser erster Weg zu einem grossen Supermarkt, in dem wir erstmal für rund 200 A$ einkauften. Ausserdem tankten wir für über 100$, denn es war jetzt schon klar, dass wir in den nächsten Wochen nie wieder einen Dieselpreis erhalten werden, der so niedrig wie in Perth ist. Eigentlich wäre unser Tagesziel das 350 km entfernte Hayden mit dem Wave Rock gewesen, doch da wir erst gegen 15:30 Uhr aus dem Supermarkt kamen langte es für diese Wegstrecke nicht mehr. Nach einer 20minütigen Pause in York übernachteten wir bei Einbruch der Dunkelheit um 17.40 Uhr wild neben der Strasse. Wir kamen nur bis rund 25 km vor Quadrig. Am nächsten Morgen starteten wir bereits um 6:50 Uhr Richtung Wave Rock, den wir um kurz nach 10:00 Uhr erreichten. Am Wave Rock unternahmen wir eine rund vier Kilometer lange Wanderung, für die wir gut zwei Stunden benötigten. Anschliessend fuhren wir weiter Richtung Kalgoorlie. Auf Empfehlung unseres Vermieters beschlossen wir den "Holland Track" auszuprobieren, den wir gegen 13:40 Uhr erreichten. Doch wir kamen nur extrem langsam vorwärts und mussten das abbrechen, nachdem wir in 2:40 Stunden gerade mal 37 km geschafft hatten.

 


Kalgoorlie

Am 21.05 brechen wir noch vor Sonnenaufgang auf: um 6:20 Uhr. Ziel ist es, möglichst schnell in Kalgoorlie zu sein. Obwohl wir fast ausschliesslich auf dem Eastern Highway fahren, brauchen wir vier Stunden für die 250 km bis nach Kalgoorlie. In Kalgoorlie, der zweitgrössten Stadt Westaustraliens, besichtigen wir die "Miners Hall of Fame", ein Freilichtmuseum über die Goldgräberzeit und steigen auch hinab in eine unterirdische Goldmine. Danach besuchten wir die sehenswerte Town Hall sowie das Kalgoorlie Museum. Von einem Turm direkt am Museum aus ergab sich ein guter Blick über die Stadt. Am Spätnachmittag besichtigten wir den "Super Pit", die grösste Goldmine im Tagebau der Welt. Riesige LKWs wirkten dort wie Spielzeugautos.

Erst als es begann zu dämmern verliessen wir gegen 17:00 Uhr die Stadt. Auf dem Eastern Highway ging es weiter nach Norden. In Leonora machten wir um 20:30 Uhr eine einstündige Pause, dann fuhren wir bis 23:00 Uhr weiter und übernachteten auf einem Parkplatz an der Strasse. In fünf Stunden Fahrt hatten wir ziemlich genau 300 km geschafft. Im 300-m-Rhythmus befanden sich am Strassenrand tote Känguruhs. Alle vier Kilometer sahen wir direkt am Strassenrand ein lebendes Känguruh. Daher war langsames Fahren (60 km/h) angesagt.

 


Gunbarrel Highway

Als wir um 7:30 Uhr aufbrechen, haben wir noch gut 200 km bis Wiluna vor uns. Dort startet der legendäre Gunbarrel Highway. Wiluna erreichten wir gegen 11:30 Uhr. Nachdem wir uns auf der Polizeistation abmeldeten und einen "Tourist Report" ausfüllten, tankten wir nocheinmal beide Tanks voll. Jetzt beginnt der einsamste Teil unserer Reise - mitten durch die Gibson Desert. Von Wiluna aus schafften wir in sechs Stunden Fahrt noch gut 260 km auf einer breiten Gravelroad und übernachteten rund 80 km vor Carnegie.

Am 23.05. brachen wir bereits um 6.15 Uhr auf. Die 80 km nach Carnegie waren in gut 2 Stunden geschafft. Wir fuhren ohne grössere Pausen bis 17:00 Uhr und übernachteten bei Geraldtons Bore. In den elf Stunden hatten wir rund 280 km geschafft. Am Folgetag fuhren wir von Geraltons Bore bis Camp Beadell und schafften - obschon wir keine grösseren Pausen machten - im Laufe des Tages gerade mal 93 km! Am 25.05. verliessen wir den Gunbarrel Highway und kamen gegen 15.00 Uhr in Warburton an. Von dort aus waren es noch 220 km auf der Great Central Road Richtung Warakurna, was wir erst gegen 18:30 Uhr, lange nach Einbruch der Dunkelheit, erreichten.

 


Uluru & Kata Tjuta NP

Von Warakurna aus waren es noch sieben Stunden Fahrt bis zum Uluru & Kata Tjuta Nationalpark. Um 14:30 Uhr erreichten wir die Kata Tjuta Felsformation (Olgas). Dort machten wir einen zweistündigen Spaziergang in die Schlucht hinein und fuhren anschliessend zum Uluru (Ayers Rock), um den Sonnenuntergang dort zu erleben, der leider recht enttäuschend ausfiel.

Der Sonnenaufgang am nächsten Morgen am Uluru war da schon spannender. Anschliessend brachen wir zu unserer ersten grossen Wanderung auf: dem "Valley of the Winds"-Walk bei den Olgas. Für die 7-km-Wanderung benötigten wir fünfeinhalb Stunden.

Am nächsten Tag stand die längste Wanderung unseres Urlaubs auf dem Programm: der Uluru Base Walk. Wir umrundeten den berühmten Fels einmal zu Fuss und legten dabei rund 10 Kilometer zurück. Die Wanderung dauerte fünf Stunden. Um 16:00 Uhr beschlossen wir zum 300 km entferntn Kings Canyon zu fahren. Die Fahrt dorthin war komplett asphaltiert und dauerte gut vier Stunden.

 


Kings Canyon

Am 29.05. blieben wir den ganzen Tag im Kings Canyon Resort. Ich machte zwei Wanderungen: einmal frühmorgens einen Spaziergang in die Kings Canyon Gorge. Meine Hoffnung dabei einige schöne Tierbilder machen zu können wurde leider nicht erfüllt. Mittags versuchte ich auf dem Campingplatz einige Vogelbilder zu machen und am Nachmittag machte ich eine zweistündige Wanderung zu den Kathleen Springs.

Am nächsten Tag stand die gemäss vielen Reiseführern "schönste Wanderung Australiens" auf dem Programm: der Kings Canyon Walk. Dabei handelt es sich um eine rund 6 km lange Wanderung, die erst steil hinauf auf den Rand des Canyons führt, dann an einer spektakulären Schlucht entlang und über eine Treppe sowie eine Brücke quer über die Schlucht führt. Ohne Frage eine der schönsten Wanderungen, die wir je unternommen haben. Es gab immer wieder neue faszinierende Panoramen. Für die 6 Kilometer benötigten wir knapp sechs Stunden.

Um 14.00 Uhr waren wir zurück am Auto und fuhren über die Mereenie Loop ins Palm Valley. Für die 220 km lange Strecke benötigten wir viereinhalb Stunden. Wir übernachteten auf dem Palm Valley Campground.

 


Palm Valley & Alice Springs

Am Morgen des 31.05. fuhren wir die letzten 4 km Richtung Palm Valley, dann stand die letzte grosse Wanderung im Red Centre auf dem Programm: der rund fünf Kilometer lange Palm Valley Walk. Wir verliefen uns während der Wanderung und machten insgesamt sicher sieben Kilometer. Ziemlich erschöpft kamen wir nach über fünf Stunden wieder am Auto an.

Am Nachmittag fuhren wir vom Palm Valley nach Alice Springs, wo wir für zwei Nächte auf einem Big4-Campingplatz eincheckten.

Den 01.06. verbrachten wir in Alice Springs. Am Vormittag besuchten wir das Ghan Museum und die Transport Hall of Fame, in der zahlreiche alte Autos zu besichtigen waren.

Die Blinker an unserem Auto funktionierten seit einer Woche nicht mehr, ausserdem war ein Rückspiegel bei der Fahrt auf dem Holland-Track zerbrochen. Nach Rücksprache (auf Schweizerdeutsch!) mit dem Chefmechaniker von TCC brachten wir den Wagen in eine Werkstatt in Alice Springs. Die Rechnung schickte das Unternehmen direkt an TCC. Während unser Wagen repariert wurde, besichtigten wir den Alice Springs Desert Park. Der Park ist schön gemacht, man sieht allerdings deutlich weniger Tiere als in anderen Tierparks. Am ehesten lassen sich noch ein paar Vogelbilder machen.

Am Abend gingen wir - zum ersten Mal - auswärts essen. Von anderen Reisenden wurde uns das Restaurant "Red Ochre Grill" empfohlen. Dort probierten wir Känguruh und Emu.

 


Eastern McDonnel Ranges

Bei unserer letzten Australienreise haben wir die Western McDonnel Ranges angesehen - diesmal statteten wir den Eastern McDonnels einen Besuch ab. Schon kurz nach Verlassen der Stadt erreichten wir mit Emily Gap und Jessie Gab zwei pittoreske Felseinschnitte. Wir fuhren weiter Richtung Osten und besichtigten die Trepina-Gorge, in der wir eine sehr schöne Wanderung unternahmen. Am Spätnachmittag fuhren wir zu einem Bush-Campingplatz in der N'Dhala-Gorge.

Am 03.06. begannen wir den Tag mit einem Spaziergang durch die N'Dhala Gorge. Anschliessend fuhren wir weiter nach Arltunga, einer Geisterstadt. Hier fand einst ein Goldrausch statt und noch heute kann man einige der alten Goldgräberhäuser aus dem späten 19. Jahrhundert als "historische Stätten" besichtigen und sogar in eine kleine Mine hinabsteigen. Am Nachmittag fuhren wir über den Cattle Water Pass - eine ausgesprochene 4WD-Strecke - und den Plenty Highway zurück Richtung Alice Springs. Um 22.00 Uhr abends begannen wir den Tanami-Track, wo wir einen Kilometer neben der Strasse bei Kilometer 35 übernachteten.

 


Tanami Track

Der Tanami Track ist die kürzeste Verbindung vom Red Centre in den Norden von Westaustralien. Er beginnt rund 30 Kilometer nördlich von Alice Springs und ist eine gut 1000 Kilometer lange Schotterstrasse. Die Landschaft ist wenig abwechslungsreich - mit Ausnahme eines Meteoritenkraters liegen keinerlei Sehenswürdigkeiten auf der Strecke. Es gibt unterwegs auch keine Städte, da die Strasse grösstenteils durch Aboriginal-Gebiet führt. Das Verlassen der Strasse ist oft sogar verboten.

Wir kamen recht gut voran und schafften rund 630 km am ersten Tag. Am Abend erlebten wir den schönsten Sonnenuntergang der gesamten Reise.

Am nächsten Morgen fuhren wir um 5:40 Uhr los und erreichten nach viereinhalb Stunden den Wolfe Creek Crater, den zweitgrössten Krater der Welt. Der Tanami-Track endete in Halls Creek, einem kleinen Ort am Great Northern Highway. Die einzige Sehenswürdigkeit dort war eine Quarzmauer. Wir übernachteten rund 100 km hinter Halls Creek an einer 24-Rest-Area.

 


Purnululu Nationalpark (Bungle Bungles)

Wir verliessen die 24h-Rest-Area um 5:50 Uhr morgens uns fuhren in den Purnululu Nationalpark hinein. Die Strecke in den Nationalpark ist sehr abwechslungsreich und nur für Allradfahrzeuge zugelassen. Es heisst, dass man für die 53 km lange Zufahrt rund drei Stunden Fahrt einrechnen soll. Unterwegs steht unsere erste Flussdurchquerung an. Wir nehmen uns für den Purnululu Nationalpark zwei Tage Zeit. Am ersten Tag machten wir einen halbstündigen Helikopterflug über die Felsendome und wanderten anschliessend in die Cathedral Gorge. Übernachtet wurde auf einem Bushcampingplatz im Nationalpark.

Am zweiten Tag begannen wir mit dem kurzen Dome-Walk und fuhren anschliessend in den Nordteil des Parks, wo wir in die Echidna-Chasm wanderten. Als letzte Wanderung des Tages wagten wir uns noch auf den 5 km langen Mini Palm Gorge - Walk. Das war eine recht anspruchsvolle Wanderung, die erst relativ lang durch ein Flussbett führt und anschliessend in eine Schlucht hinein geht. Dabei muss man immer wieder über riesige Steine klettern und sehr trittsicher sein.

 


Gibb River Road

Um 5:40 Uhr verliessen wir den Bushcampingplatz und machten uns auf den Weg in Richtung Gibb River Road. Die Gibb River Road ist die letzte grosse 4WD-Strecke unserer Reise. Sie ist 700 km lang und führt quer durch die Kimberley-Region. Wir übernachteten am Anfang der Gibb River Road im El Questro Wilderness Park nachdem wir auf dem Gelände von El Questro noch einen 4WD-Track in die Explosion Gorge ausprobierten.

Da El Questro eine Reihe von interessanten 4WD-Tracks bot, entschlossen wir uns dafür den zweiten Tag komplett auf dem Gelände dieser Station zu verbringen. Wir unternahmen Touren zur Chamberlain Gorge, zum Pigeon Hole, zu den Zebedee Springs, zur Moonshine Gorge und wanderten in die Emma Gorge.

Da wir nun schon seit zwei Tagen auf der Gibb River sind, aber noch nicht über Kilometer 30 hinauskamen, fuhren wir am dritten Tag eine recht lange Strecke. Morgens überquerten wir den Pentecoast River, dann ging es stundenlang weiter auf der gut gepflegten Gravelroad. Wir übernachteten auf einem Rastplatz am Rande des King Leopold Nationalparks.

Am letzten Tag auf der Gibb River besichtigten wir die überaus sehenswerte Bell Gorge sowie die Windjana Gorge, wo wir erstmals auf dieser Reise mit wilden Krokodilen konfrontiert wurden.

 


Broome & Eighty Mile Beach

Von der Windjana Gorge fuhren wir vorbei am Prison Tree über den Great Northern Highway nach Broome. Dort verbrachten wir die Mittagspause am Cable Beach.

Am nächsten Morgen fuhren wir bereits anderthalb Stunden vor Sonnenaufgang los, da eine recht lange Fahrtstrecke vor uns lag. Wir fuhren den Great Northern Highway entlang und machten nach knapp viereinhalb Stunden am Sandfire Roadhouse eine Frühstückspause und später eine Mittagspause am Eighty Mile Beach. Am Spätnachmittag gelangten wir nach Port Hedland, entschieden uns aber dafür, noch knapp 100 Kilometer weiter Richtung Karijini NP zu fahren. Heute war unser fahrtreichster Tag: Insgesamt legten wir rund 750 km zurück.

 


Karijini Nationalpark

Ein weiteres Highlight unserer Reise steht an: der Karijini Nationalpark, sicherlich einer der eindrucksvollsten Nationalparks Australiens. Wir fuhren morgens die restliche Strecke zum Karijini, parkten in der Nähe der Fortescue Falls und wanderten durch die Dales Gorge. Es war eine anstrengende aber auch sehr schöne Wanderung. Insbesondere der Abstieg in die Schlucht sowie der Aufstieg haben es in sich. Auch musste man hin und wieder über Gebiete gehen, die (einige Zentimeter) unter Wasser waren und das Laufen auf glitschigen Steinen mit einer teuren Fotoausrüstung ist nicht besonders toll.

Für die 4 km lange Wanderung benötigten wir viereinhalb Stunden. Dann übernachteten wir auf einem Bushcampingplatz in der Nähe der Dales Gorge.

Wir beschlossen noch einen zweiten Tag im Karijini NP zu verbringen. Die Nacht war mit -6°C übrigens die kälteste auf unserer ganzen Reise. Am Morgen machten wir einen kurzen Spaziergang in die wenig besuchte Kalamina Gorge und wanderten anschliessend durch die Weano Gorge. Am Nachmittag fuhren wir dann noch über 200 km über Tom Price in Richtung Nanutarra Roadhouse.

 


Exmouth & Cape Range NP

Auch heute ist wieder ein reiner Fahrttag. Auf dem Programm stehen rund 470 km bis nach Exmouth. Da wir zeitig starten, erreichten wir Exmouth am frühen Nachmittag. Im Visitor Centre erfahre ich mit Erstaunen, dass sämtliche Campingplätze im Cape Range NP bereits ausgebucht sind. Also übernachten wir auf einem sehr grossen Campingplatz in Exmouth. Am Abend sind wir in einem sehr empfehlenswerten Restaurant chinesisch Essen gegangen.

Am 17.06. stand die Besichtigung des Cape Range NP auf dem Programm. Wir wollten im Park übernachten. Die einzige Möglichkeit, dass das ziemlich sicher klappt, ist morgens um 8.00 Uhr, wenn die Plätze vergeben werden, am Eingang des Cape Range NP zu stehen. Wir kamen rund 5 Minuten nach Öffnung des Rangerbüros an. Zu diesem Zeitpunkt hatte es im ganzen Nationalpark nur noch 14 freie Plätze. Wir statteten dem Yardie Creek und mehreren Stränden einen Besuch ab. Das Highlight war jedoch der Abend, denn dann lassen sich direkt am Strassenrand zahlreiche Känguruhs beobachten. Es gibt meines Wissens keinen Ort in Australien, an dem man mehr wilde Känguruhs sehen kann!

 


Yardie Creek Run

Wir hatten ursprünglich vor, heute den Yardie Creek (einen Salzwasserfluss) zu überqueren. Da wir immer wieder davor gewarnt wurden und man ihn nur bei Ebbe überqueren sollte - und nach mehreren Aussagen auf gar keinen Fall allein - hätten wir einerseits bis ca. 16:30 Uhr warten müssen und andererseits noch jemanden haben müssen, der ihn ebenfalls überquert. Nach sehr langem Überlegen entschlossen wir uns dagegen und machten uns auf den viel längeren aber asphaltierten Weg Richtung Norden. Nach 40 km erreichten wir das Visitor Centre des Cape Range NP, wo wir uns ein Eis holen wollten. Und dann hatten wir Glück: Dank der Schweizerflagge auf unserem Wagen wurden wir dort von einem jungen Schweizer Pärchen angesprochen. Sofort fragte ich, ob sie sich vorstellen könnten, heute Nachmittag mit uns den Yardie Creek zu überqueren und anschliessend auf einem 4WD-Track nach Coral Bay zu fahren. Nach anfänglicher Skepsis sagten sie zu und ich war happy, dass wir nun doch nicht den Highway fahren mussten. Am frühen Nachmittag schnorchelten wir in der Turquoise Bay. Es kostete mich zwar einige Überwindung ins Meer zu gehen, da die Wassertemperatur nur bei 22 oder 23°C lag, der Himmel komplett bedeckt war und es stark windete - aber die 45 Minuten Schnorcheln dort waren echt der Hammer. Nur wenige Meter entfernt vom Strand begann das Korallenriff und man konnte auf einen Blick Hunderte bunte Fische sehen.

Gegen 16.00 Uhr überquerten wir den Yardie Creek. Trotz all der Warnungen, die wir davor gehört hatten, war die Überquerung ziemlich einfach, denn man konnte einfach so durchfahren. Auch den Reifenluftdruck haben wir "nur" auf 38 psi reduziert und nicht auf 20, wie es empfohlen wird.

Die Fahrt über den Yardie Creek Run war ebenfalls interessant, da am Nachmittag unglaublich viele Känguruhs und auch das eine oder andere Emu zu sehen waren. Wir übernachteten wenige Meter vom Meer entfernt am Winderabandi Point und machten zusammen mit den anderen beiden Schweizern ein schönes Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen standen die restlichen 70 km bis nach Coral Bay auf dem Programm. Der Yardie Creek Run erinnerte uns an den Gunbarrel Highway. Da Thomas gerne noch einmal eine Tiefsandfahrt probieren wollte, bogen wir auf eine Dünenpiste in Richtung Norwegian Bay ab. Als dann jedoch grosse Warntafeln auftauchten, dass die Gegend asbestverseucht sei, verging mir die Unternehmungslust etwas. Auf dem Rückweg über einige Sanddünen zum eigenlichen 4WD-Track blieb der Mitsubishi der anderen beiden Schweizer im Tiefsand stecken und es ging weder vorwärts noch rückwärts. Das war eine Premiere zum Ausprobieren unserer elektrischen Winde, mit denen sich der Mitsubishi tatsächlich wieder aus dem Sand ziehen liess.

Am Nachmittag erreichten wir Coral Bay. Dort ging ich noch für eine dreiviertel Stunde schnorcheln, doch das war im Vergleich zur Turquoise Bay gestern recht enttäuschend.

 


Coral Bay

Für heute hatten wir um 13.00 Uhr mit den anderen beiden Schweizern eine Kanufahrt gebucht. Mir erschien der Preis von 35 AU$ für eine zweistündige Schnorcheltour angemessen. Mit Kanus ging es rund einen Kilometer hinaus auf das Meer. Dort war knapp anderthalb Stunden Zeit zu Schnorcheln. Dieser Ort war deutlich besser als das Riff direkt am Strand. Ich war sehr erstaunt, wie flach das Meer gewesen ist. Das Bild rechts zeigt Thomas und mich aufgenommen von unserem Tourguide an einer Stelle rund einen Kilometer weit im Meer.

Während der Schnorcheltour sahen wir mehrere grosse Wasserschildkröten, Tausende Fische sowie einen Hai. Ich hätte hier stundenlang bleiben können und war kurz davor noch einen Tag länger in Coral Bay zu bleiben - doch Thomas war nicht so der Fan vom Schnorcheln. An diesem Tag beschloss ich, irgendwann wieder hierher zu kommen!

Gegen 16.00 Uhr verliessen wir Coral Bay. Ziel war es möglichst weit nach Süden zu kommen. Wir übernachteten rund 100 km vor Carnarvon.

 


Fahrt nach Denham

Heute Morgen fuhren wir rund 75 km bis zur Abzweigung zu den Blowholes. Einer Stelle am Meer, in der das Wasser je nach Seegang zum Teil bis zu 20 m hoch in die Luft schiesst. Nach weiteren 50 km erreichten wir die Stelle, doch meine Enttäuschung war gross, denn das Meer war spiegelglatt. Es gab überhaupt keine Wellen. Kurz bevor wir gehen wollten, kamen dann doch noch zwei kleine Wellen, die zumindest eine 3m hohe Fontäne bewirkten.

Dann ging es weiter nach Carnarvon. Da einer unserer Reifen den Luftdruck nicht halten konnte, liessen wir in Carnarvon den Reifen checken. In der Tat hatte er ein winziges Loch (mit dem wir über 1500 km gefahren sind). Die Reparatur dauerte keine 30 Minuten. Leider waren wir genau zur Mittagszeit da, dass wir erstmal eine Stunde warten mussten, bis der Mechaniker zurück vom Mittagessen kam. Vorbei an "The Big Dish" ging es weiter nach Süden. Eine kurze Pause legten wir am Overlander Roadhouse ein, dann bogen wir auf die Peron-Halbinsel ab. Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir einen Parkplatz rund 20 km vor Denham, auf dem wir übernachteten.

 


Monkey Mia & Francois Peron NP

Heute brachen wir wieder sehr früh auf. Bereits um 5.50 Uhr fuhren wir Richtung Monkey Mia. Das ist der einzige Ort auf der Welt, an dem jeden Tag wilde Delphine aus dem Meer direkt an den Strand kommen uns sich den Besuchern bis auf wenige Zentimeter nähern. Wir waren schon vor 7:00 Uhr am Strand. Etwa um 7:15 Uhr tauchte der erste Delphin auf. Eine viertel Stunde darauf kam eine Rangerin und erklärte rund 45 Minuten einiges rund um die Delphine. Es waren rund 60 Personen anwesend. Zum Schluss erhielten die Delphine noch ein paar Fische.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Francois Peron NP. Leider wurde das Wetter am Nachmittag deutlich schlechter. Wir übernachteten auf einem Bushcampingplatz an der grossen Lagune im Nationalpark. Während wir uns ein Känguruhsteak zum Abendessen grillten brachen plötzlich sintflutartige Regenfälle ein und wir überlegten einen Moment, ob wir morgen wieder heil aus dem Nationalpark kommen, denn der Weg hinaus führt durch tiefsandige Passagen und eine Lehmpfanne.

Die Fahrt hinaus am nächsten Morgen klappte problemlos. Wir fuhren noch einmal nach Monkey Mia, um dort an einer Segelbootfahrt durch die Shark Bay teilzunehmen und übernachteten dann im Monkey Mia Resort.

Am nächsten Morgen wollten wir noch einmal am Delphin-Schauspiel teilnehmen, dass ja nur rund 100 m von unserem Campingplatz entfernt stattfand. Diesmal waren viel mehr Personen da als zwei Tage zuvor. Ich schätze, dass zwischen 100 und 200 Menschen am Strand standen. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Fahren. Tagesziel war der Kalbarri Nationalpark.

 


Kalbarri Nationalpark

Heute stand die Besichtigung des Kalbarri Nationalparks auf dem Programm. Früh am Morgen machten wir zwei kurze Spaziergäng zu Lookouts über den Park, dann fuhren wir nach Kalbarri, um uns zum Thema Rundflüge zu informieren. Man empfahl uns einen 45minütigen Rundflug um 12:30 Uhr. Das war zu wenig Zeit, für grössere Walks, also besichtigten wir direkt in Kalbarri den Rainbow Jungle, einen Vogel-Tierpark mit einer begehbaren Voliere. Danach fuhren wir zum Flugplatz und flogen über die bekanntesten Schluchten sowie über die spektakuläre Küstenlinie der Batavia Coast.

Am Nachmittag unternahmen wir noch eine Wanderung bei "The Loop", die uns u.a. zum "Natures Window" führte, einem tollen Aussichtspunkt auf den Murchison River durch ein natürliches Felsenfenster.

Wir übernachteten auf einem Campingplatz in Kalbarri.

 


Nambung Nationalpark (Pinnacles)

Eigentlich wollte ich heute Morgen an der Pelikanfütterung in Kalbarri teilnehmen und danach noch einige Lookouts an der Küste anschauen. Da es laut Wetterauskunft aber heute den gesamten Tag schön und morgen bewölkt sein soll, änderte ich das Programm und wir fuhren bereits vor Sonnenaufgang los, denn so hätten wir den gesamten Nachmittag Zeit für den Nambung Nationalpark und die Pinnacles. Ich wollte diese Felsnadeln unbedingt bei gutem Licht und blauem Himmel fotografieren.

Gegen Mittag erreichten wir die Pinnacles und hatten so über vier Stunden Zeit auf dem 5 km langen Rundweg viele Bilder der seltsamen Felsformationen zu machen. Wir blieben bis nach Sonnenuntergang bei den Pinnacles. Leider darf man nicht im Nationalpark übernachten.

Wir übernachteten also auf einem Parkplatz ausserhalb des Nationalparks.

 


Perth Aquarium & Zoo

Nach dem Aufstehen fuhren wir nochmal kurz zu den Pinnacles, um noch das eine oder andere Foto im Morgenlicht zu machen. Anschliessend wollten wir so schnell wie möglich nach Perth. Das Wetter wurde immer schlechter. Als wir in Perth ankamen, regnete es Bindfäden. Als "Schlechtwetterprogramm" hatte ich eine Besichtigung vom Aquarium von Western Australia (AQWA) in Nord-Perth vorgesehen. Es war ein ausgesprochen schön gemachtes Aquarium, auch wenn es nicht ganz so gross gewesen ist wie das von Sydney.

Am Abend gingen wir indisch Essen. Es gab ein exzellentes Buffet für 26 AU$. Wir übernachteten auf einem Campingplatz in Perth Caversham.

Der 29. Juni war der letzte Tag, an dem wir unser Auto komplett hatten. Das Wetter wurde wieder etwas besser und wir gingen in den Perth Zoo. Obschon das Zoogelände auf den ersten Blick winzig ist, kann man sich doch dort zahlreiche Stunden aufhalten. Wir verliessen ihn erst um 17.00 Uhr - als er schloss. Ich glaube die besten Zoos der Welt sind in Australien. Abends fuhren wir wieder zurück nach Caversham und begannen zu packen und das Auto zu reinigen.

Am nächsten Morgen fuhren wir in den Hafen von Fremantle, besichtigten das Maritime Museum und gaben um 16.00 Uhr unseren Wagen in Bassendean ab. Dann ging es mit dem Taxi zum Formule-1-Hotel in Flughafennähe. An unserem letzten Abend in Australien tranken wir noch eine Flasche Wein und gingen Chinesisch essen.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einem Shuttlebus zum Flughafen, wo wir gut 5 Stunden warten mussten, bis wir via Singapore zurück nach Zürich fliegen würden. Das Entertainment-Programm an Bord war grandios, man konnte zwischen 200 Filmen wählen. In der Auswahl war sogar ein Schweizerfilm in Mundart (Die Herbstzeitlosen).

Am 1. Juli um 7.45 Uhr landeten wir in Zürich. Das Ende der bislang abenteuerreichsten Reise, die wir gemacht haben!



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