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Schweizer Mundart Lieder Sammlung: Berner Troubadours (präsentiert von Tatjana Ingold)

Berner Troubadours

Geschichte der Berner Troubadours

Songtexte

Geschichte

Zwischen 1954 und 1964 entstanden die ersten berndeutschen Chansons von Mani Matter und Bernhard Stirnemann, die auch bereits unabhängige und selbständige Auftritte gaben.

Saison 1964-1965: Programm "Ballade, Lumpeliedli, Chansons à la Bernoise" im Theater am Zytglogge in Bern, mit Susi Aeberhard, Rolf Attenhofer, Urs Kräuchi (Texte und Lieder von Mani Matter, Rosmarie Fahrer und Hugo Ramseyer), Bernhard Stirnemann, Ruedi Krebs und Fritz Widmer.

Saison 1965-1966: Programm "Neues von den Berner Troubadours" im Theater am Zytglogge mit Rolf Attenhofer, Urs Kräuchi, Ruedi Krebs, Hugo Ramseyer, Bernhard Stirnemann, Fritz Widmer im Wechsel mit Mani Matter, Fredi Zedi und neu dabei: Kerstin Heimann und Markus Traber.

Saison 1966-1967: "Die Berner Troubadours" (Ruedi Krebs, Mani Matter, Bernhard Stirnemann, Markus Traber und Fritz Widmer und neu dabei Jacob Stickelberger) treten erstmals als eine Gruppe von "auteurs, compositeurs, interprètes" im Galerietheater Die Rampe in Bern auf.

Im Dezember 1967 findet dann das erste grössere Auswärtsgastspiel im Théâtre Fauteuil in Basel statt (Ruedi Krebs, Jacob Stickelberger, Bernhard Stirnemann, Markus Traber, Fritz Widmer; Mani Matter weilt studienhalber in England). "Diese Troubadours bringen uns schnell dazu, das Image der eidgenössischen Metropole aufzupolieren, auf dass es hinfort glänze wie eine Christbaumkugel." [Nationalzeitung, 22.01.1967] Bis 1970 folgen weitere Auftritte und Programme der Berner Troubadours.

1970-1971: Erstes Soloprogramm von Mani Matter; einzelne gemeinsame Auftritte mit Jacob Stickelberger und Fritz Widmer. Daneben verschiedene Auftritte und Programme von Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann und Markus Traber. Im Januar 1971 nimmt Rolf Attenhofer im Galerietheater Die Rampe in Bern die Berner Troubadours für die LP LIVE IN DER RAMPE (1971) auf.

Ein schwerer Schlag für die Berner Troubadours ist der tödliche Autounfall von Mani Matter am 24. November 1972.

1973-1974 führen Jacob Stickelberger und Fritz Widmer ein Programm mit einer Kriminalgeschichte von Mani Matter und eigenen Chansons auf.

1974-1975: Programm von Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann und Markus Traber und neu dabei: Margrit Pfister und Ruedi Stuber.

Im Januar 1976 stellen die Berner Troubadours in voller Besetzung ein neues Programm vor (Ruedi Krebs, Jacob Stickelberger, Bernhard Stirnemann, Ruedi Stuber, Markus Traber, Fritz Widmer).

Im Herbst 1977 sind Jacob Stickelberger und Fritz Widmer mit Programm unveröffentlichter Mani Matter-Lieder unterwegs. Im Dezember 1977 stellen Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann, Ruedi Stuber und Markus Traber ihr neues Programm "Alti Hüet" vor.

Saison 1978-1979: Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann, Ruedi Stuber und Markus Traber mit einem "Neuen Programm". Am 18.9.1978 Aufnahmen für die LP ALTI HÜET. Seit 1978 tritt Fritz Widmer mehrheitlich allein auf, daneben aber auch mit anderen Liedermachern und Schriftstellern. Seine Auftritte sind oft verbunden mit Lesungen aus seinen Romanen "Gluscht u Gnusch u Gwunger", "Ryter ungerem Ys" und Unveröffentlichtem.

Saison 1980-1981: Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann und Markus Traber geben zahlreiche Gastspiele in der Deutschschweiz und ein Nostalgieprogramm "Alti Hüet 2".

Saison 1981-1982: Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann und Markus Traber stellen ihr "Programm 82" mit ausschliesslich neuen Chansons vor. Während der Saisons 1983-1984 und 1984-1985 finden zahlreiche Einzelauftritte aller Troubadours statt. Sammelprogramm "Spätlese" von Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann und Markus Traber. Am 27. November 1985 wird das Jubiläumskonzert "20 Jahre Berner Troubadours" im Stadttheater Bern für die Doppel-CD DAS KONZERT (1985) aufgezeichnet. Während der Saison 1986-1987 finden zahlreiche Auftritte mit dem Jubiläumsprogramm in der ganzen Deutschschweiz statt.

Während der Saison 1987-1988 sind Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann und Markus Traber mit "Das neue Programm" (neue Chansons) unterwegs und geben 75 Vorstellungen dieses Programms im Katakömli und in der Mahogany Hall in Bern. Parallel dazu wird das Programm "No einisch z'viert : Best of Berner Troubadours" (Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann, Markus Traber, Fritz Widmer) in der Mahogany Hall aufgeführt. Am 16. November 1991 schliesslich wird die CD DAS NEUE PROGRAMM (1992) aufgezeichnet.

Im November 1992 wird das Troubadours Musig-Bistrot an der Mühlemattstrasse 48 in Bern eröffnet. Zum 20. Todestag von Mani Matter erscheint am 24. November ausserdem die CD MATTER ROCK mit Interpretationen von Mani Matter-Liedern durch zeitgenössische Schweizer Musiker.

Am 12. November 1993 findet die Première des neuen Programms "Nüt aus Nöis" (Ruedi Krebs, Bernhard Stirnemann, Markus Traber, Fritz Widmer) in der Mahogany Hall am Klösterlistutz in bern statt. Das Programm erreicht über 30 Vorstellungen in Bern und Umgebung.

Am 19. November 1995 wird das Jubiläumskonzert "30 Jahre Berner Troubadours" im Stadttheater Bern für die Doppel-CD 30 JAHRE 81996) mitgeschnitten. Mit dabei sind Markus Traber, der eine Liedfassung von Carl Albert Looslis "Schwyzerfreiheit" zum Besten gibt; Jacob Stickelberger ("My Frou"); der eher unmusikalische Fritz Widmer; Ruedi Krebs mit zwei Housi-Liedern und einer Vertonung von Hugo Balls Dada-Gedicht "Karawane" von 1917; sowie Bernhard Stirnemann ("Mai und Septämber"). Die Berner Troubadours treten daraufhin regelmässig im Musig-Bistrot in Bern auf.

Chumm no chly zu mir

Käthi

Lue die Böim

Nina

Vatti chumm hei

Zwee Züg

Lue die Böim

Lue die Böim u los, wie ds Wasser ruuschet,

gsehsch dert dä Fischreiher uf em Stei,

und e zwöite echly wyter hinge

mit yzognem Chopf u dünne Bei,

d Fische schwümme fuu u d Mugge tanze,

schmöcksch das Wasser, das het no e Chuscht,

da wei mir no dry, solang s no warm isch,

ds letschte Mau hüt, los, hättsch nid au Gluscht?

Gsesch die länge Härdwäum uf der Hööchi?

Dert isch öppe vor zwöituusig Jahr

mal a grossi Stadt gsi u viu Mönsche,

Gärte, Strasse, Hüser, Tier u War,

d Manne hei gfuerwärchet u hei ghouzet,

d Froue töpferet u Chleider gflickt,

d Ching hei Schiffli gmacht mit Schnüer u Brättli,

uf de Mischthüüffe hei d Hüener pickt.

Speter isch die ganzi Stadt verbrunne.

Ds einzige, was no dervo chasch gseh,

sy par Bachsteimüürli vo're Souna,

u par Wäum a Grebe, süsch nüt meh:

D Mönsche wo denn gläbt hei, ligen ietze

töif unger de Böim im letschte Troum,

läbig Lüt spaziere obe drüber,

Ching u Hüng springe von Boum zu Boum.

Aber wider i zwöituusig Jahre,

chasch ja tänke, was da äne steit:

ömu nümme die Tanne und die Bueche,

wenn es so wie ietze wyter geit:

Fische a Fischreiher git's ou nümme,

nume Risebunker und Parkplätz

u ersch d Mönsche - i ma nid dra tänke

jedefaus mi tüecht es ender lätz.

Aber hütigtags isch no nid aus lätz,

ömu du bisch's afe sicher nid,

d'Aare nid a nid die Buechewäuder,

sy mer froh, dass's settigs hüt no git:

chumm ietz dry a schwümm, mir wei's no gniesse,

ds Wasser and die ganzi Summerpracht,

uf der Aare ligt der Abeschatte,

u gly chunnt der Mond a de wird's Nacht.

Chumm no chly necher zu mir

Woni di u du mi hesch gfunge,

je wi jung sy mir gsy,

and wi sälte-n-isch es is glunge,

eifach z'sy wi mir sy.

Chumm no chumm no chly zuemer,

chumm no chly necher zu mir.

Ganz im Gheime hei mer is troffe,

niemer gseh um is um,

und hei gmeint, dr Himu syg offe

und üs göng nümme chrumm.

Chumm no . . .

Ohni Wort hei mir is verstange,

gredt hei d'Ouge u d'Häng.

Still sy mir so gstange-n-u gange,

und kei Stund isch is z'läng.

Chumm no . . .

Nadina da wird üses Schwyge

zwüsche-n-üs wie-n-e Wang,

bis mir gseh wi Dummi mir syge,

denn me redt mitenang.

Chumm no . . .

Syt mir zäme-n-über is rede,

sy mir necher binang.

Ohni das läbt jedi and jede

Hand in Hand usenang.

Chumm no . . .

Woni di a du mi hesch gfunge,

je wi jung sy mir gsy,

und wi sälte-n-isch es is glunge,

eifach z'sy wi mir sy.

Chumm no chumm no chly zuemer,

chumm no chly necher zu mir.

Käthi

Wen ig am sächsi im Verchehr

Bim Loeb am Egge schtah,

De chunnt am zäh ab dür dä Schtoub

E Duft nach Schoggola.

Mys Käthi schmöckt . . .

Nach «Chanel 5» schmöckt mängi Frou,

nach «Tabou» and «Arpege».

Mys Käthi, das schmöcksch den ou,

Scho lang bevor de's gsehsch.

Mys Käthi schmöckt . . .

Mys Käthi isch a Sonderfall,

Wi's gar ke zwöite git:

Bi ihm gnüegt schon en Atezug,

De het men Appetit.

Mys Käthi schmöckt . . .

Aber ds Schönschte chunnt itz no:

Am Samschtig znacht im Bett

Tröim i vo heissem Cacao,

wo sys Aroma het.

Mys Käthi schmöckt nach Schoggola,

Es schafft bim Tobler z'Bärn;

U mängisch byss' is eifach aa,

So han i ds Käthi gärn.

S'isch my Toblerone,

Und eis möcht i betone:

I liebe ds Käthi no vil meh,

Als tüüri Pralinee.

Nina

Nina Chind, du chlyni Frou

Säg mer einisch eifach tschou

Die Wäut da chasch vernichte

I däm, dass d afasch dichte

Suech dy Wäg, so guet dass d chasch

Gang druuf loos, so fescht dass d masch

Wirsch gseh, es lohnt sech immer

D Muetter git, so viu si cha

Dr Vater isch haut numen e Maa

Schteit geng chly viu drnäbe

U het mit dym junge Läbe

No nid viu z'tüe, 's syg d Sach vor Frou

Das schtimmt nid, drum erloub mr ou

Dass i mit mach, wenn d afasch läbe

Eis muesch wüsse, dänk de dra

Wenn's sowyt isch und e Maa

Meint, är chönn di bsitze

La de dä la sitze

Schick ne hei u gib ihm dr Schueh

Suech de wyter, bis de gnue

Erfahrig hesch un a Prinz chunnt

D Prinze sy nid nume da

Für vone z'läse, nei me cha

We me guet luegt, eine finde

E guete Chärn under dr Rinde

Wünsch sy das vo mir a di

We d mi bruuchsch, so hiufen i

O wen i gar kei Prinz bi

Läbe söusch, so wie de wotsch

Lehr underscheide zwüsche Möntsch a Totsch

Viu z'tüe git das, das weis i

We s dr schtinkt, so säg itz verreis i

Suech dy Wääg, bis immer di

Eis chasch ganz sicher sy, dass i mi

Nid ymisch, wenn d wottsch läbe

Zwe Züg

Es rolle zwe Züg of zwöi Gleis näbenand

langsam zum Houptbahnhof uus

im einte sitzt si mit em Billet ir Hand

im anderen är, luegt gradus

da dräie si beidi d'Chöpf, nume chly

d'Sicht isch dür d'Fänschter chly trüebt

gseh sech enander schreg vis-a-vis

und hei sech stärblech verliebt

Dr eint Zug fahrt schnäller, dr ander chunnt mit

d'Wält blybt für beidi so stah

si blybe binand bis of wenigi Schritt

luege sech z'grächtem jitz a

är wott öppis säge, aber dr Krach

schlückt's, won a Weiche grad macht

si rysst am Fänschter, aber isch z'schwach

da hei si beidi chly glacht

No schnäller göh d'Züg, doch no geng parallel

si füele sech lengscht scho als eis

uf ewig geng zäme, passieri was well

und das uf verschidene Gleis

jitz schrybt er of d'Schybe: i heisse Franz

dert won er draghuchet het

da cha si's nid läse, emel nid ganz

will si's in Spiegelschrift gseht

Jitz rücke di Züg nadina usenand

jeden uf eigenem Gleis

und d'Würklechkeit nimmt für die Zwöi überhand

uus isch di gmeinsami Reis

si chläben am Fänschter bilde sech y

das überwindi d'Distanz

und falls d'Schybe noni putzt sötti sy

lisisch no hüt: heisse Franz

Vati chumm hei

(Fritz Widmer)

Vati chumm hei

Weisch mir plangen aui scho

Und gäb dr Summer vergeit, liebe Vati

S donneret nümm und es wird jetz gleitig Nacht

Oben am Himmel schint s Stärnli so schön

Was i gärn hätt wär es Halsband voll Korallä

Nüt angers gwüss nid, es choschtet di vil z vil

I üsem Waud da si d Heiti dunkublau

Und üser Schwalbä hei Jungi im Näscht

Dr See isch so warm und i badä jedä Tag

Und i gumpä dri, i ha gar ke Angscht

Weisch i schwümmä jetz scho guet

Mir heis so schön da i üsem chlinä Huus

Und es Tänneli hei mir geschter gseh

Das git de nä Wiehnachtsboum

Dä Brief han i älleini gschribä, ömu fasch

Und ig mues doch ersch nächscht Früelig id Schuel ga

Vati chumm hei

I weiss was de überchunsch

Jetz hört dr Brief uf vo dim Annemarie

 



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